Malen mit Licht – Kreativität ohne Grenzen

Die von mir präsen­tierten Ergeb­nisse sind ausschließlich in dunklen Innen­räumen entstanden, mit unter­schied­lichen Licht­quellen und Belich­tungs­zeiten. Die Kamera befand sich auf einem Stativ, es wurde im manuellen Modus fotogra­fiert und mit Hilfe eines Fernaus­lösers die Belich­tungszeit gesteuert.

Im Vorfeld mussten verschiedene Licht­quellen vorbe­reitet werden. Dabei sind der Kreati­vität keine Grenzen gesetzt. Zum Einsatz kamen mit farbigen Folien­streifen beklebte LED-Taschen­lampen, eine Glaskugel, Lichter­ketten mit kleinen Birnchen, die auf einem Holzbrett befestigt waren, Finger­lichter an einem Stab und ein kleiner Leuchtkreisel.

Mit einem Fotofreund zusammen konnte ich noch einen „Dome“ (Halbkugel) fotogra­fieren. Dazu wird das Vorderrad eines Fahrrads mit einem farbigen Lichtband versehen, die Achse verlängert, dass das Rad im 45°Winkel steht und dann in Bewegung versetzt.

Neben der Belich­tungszeit (0,5 – 21 sec.) spielt die Art der Bewegung der Licht­quelle eine entschei­dende Rolle. So wurden die Lichter teilweise an der Decke des Raums mit einer Schnur befestigt und in Schwingung versetzt. Unter­schied­liche Bewegungs­rich­tungen wie auch die Geschwin­digkeit führen zu neuen Ergebnissen.

Die Fortsetzung dieses Projekts wäre Licht­ma­lerei in der Natur zusammen mit der Gruppe. Dazu muss der richtige Ort gefunden werden, was nicht ganz leicht ist. Dann könnte die Umgebung mit einbe­zogen werden und es entstehen ganz neue Bildeindrücke.

Viel Spaß beim Betrachten der ersten Ergeb­nisse zum Thema „Light­painting“.

3..2..1..Schuss

Der DVF(Deutscher Verband für Fotografie)-Bezirk „Nordbaden und Rhein-Neckar“ veran­staltet jährlich eine Fotoschau. Die Fotogruppe Edingen-Neckar­hausen hat dieses Jahr die Bezirks­fo­to­schau (BEFO) 2019 im Schloss Neckar­hausen veranstaltet.

Unsere Fotos, die unter dem Titel „3..2..1..Schuss“ auf der BEFO ausge­stellt wurden, sind in diesem Beitrag zu sehen. Die Fotos zeigen den Moment der Zerstörung unter­schied­licher Objekte. Durch den Einsatz von sehr schnellen System­blitzen wird die Bewegung einge­froren und zeigt Details, die dem Auge norma­ler­weise verborgen sind.

Tete a Tete mit Wassertropfen

Ein Tropfen ist ein flüssiger Körper, der durch die Grenz­flä­chen­spannung bestimmt ist. Wegen der relativ geringen Kräfte sind Tropfen im freien Fall auf eine geringe Größe beschränkt. Ein Tropfen in Ruhe ist aufgrund der Oberflä­chen­spannung kugel­förmig. In Bewegung, z.B. durch Luft, wird er an der in Bewegungs­richtung liegenden Seite abgeplattet.

Soweit die physi­ka­lische Basis. Unsere Fotogruppe hat mit Hilfe einer Zeitsteuerung (Eltima Drop-timer²), einem Magnet­ventil und einer Mariott­schen Flasche Tropfen erzeugt und fallen lassen. Zu den Folgen dieses Handelns sagt uns Wikipedia folgendes:

Beim Auftreffen auf die Oberfläche spritzt ein Teil der Flüssigkeit nach oben, es entsteht eine „Krone“. Der Tropfen taucht in die Flüssigkeit ein und wird von der verdrängten Flüssigkeit im Gefäß wieder nach oben geschleudert. Dabei entsteht eine Flüssig­keits­säule, von der sich oft der Tropfen löst und weiter nach oben fliegt.

Wir haben die Wasser­tropfen nach dem Auftreffen in verschie­denen Phasen mit bis zu 4 System­blitzen kleiner Leistung und damit kurzen Belich­tungs­zeiten (< 1/20.000s) fotogra­fiert. Zu sehen ist:
‑Bildung von Kronen und deren Spiegelungen
‑Empor­schnellen von Wasser­säulen mit dem ursprüng­lichen Tropfen an der Spitze
‑Kollision eines weiteren fallenden Tropfens mit einer Wassersäule

Dabei entstehen Formen und Figuren, die nur für den Bruchteil einer Sekunde existieren und nur durch die Fotografie sichtbar gemacht werden.
Bewusst gestaltet haben wir die Fotos mit Farbfolien vor den Blitz­ge­räten und mit Lebens­mit­tel­farbe in der Tropf­flüs­sigkeit. Die Nacharbeit der Fotos beschränkte sich auf Zuschneiden und auf das Entfernen von unscharfen Wasserspritzern.

Die Faszi­nation vom Tete a Tete mit Wasser­tropfen geht von den kleinen Zufäl­lig­keiten im Prozess aus, die immer neue Überra­schungen bieten. Jedes Foto ist damit ein Unikat.