3..2..1..Schuss

Der DVF(Deutscher Verband für Fotografie)-Bezirk „Nordbaden und Rhein-Neckar“ veran­staltet jährlich eine Fotoschau. Die Fotogruppe Edingen-Neckar­hausen hat dieses Jahr die Bezirks­fo­to­schau (BEFO) 2019 im Schloss Neckar­hausen veranstaltet.

Unsere Fotos, die unter dem Titel „3..2..1..Schuss“ auf der BEFO ausge­stellt wurden, sind in diesem Beitrag zu sehen. Die Fotos zeigen den Moment der Zerstörung unter­schied­licher Objekte. Durch den Einsatz von sehr schnellen System­blitzen wird die Bewegung einge­froren und zeigt Details, die dem Auge norma­ler­weise verborgen sind.

Repair Cafe” in Edingen-Neckarhausen

Mit dem Start „Lokale Agenda 21“ hat Edingen-Neckar­hausen Arbeits­kreise zur nachhal­tigen Entwicklung der Gemeinde gebildet, die sich auf ehren­amt­liches Engagement inter­es­sierter Bürger*innen stützt. Ziel ist es, dass Ökologie, Ökonomie und Soziales so mitein­ander verzahnt werden, dass auch kommende Genera­tionen gut auf und von dieser Erde leben können.

Mit meiner Fotodo­ku­men­tation will ich zeigen, wie das „Repair Cafe“ in Edingen-Neckar­hausen im Rahmen der weltweiten Kampagne zur Reduzierung von Müll und zur Verlän­gerung der Nutzungs­dauer vieler Produkte funktioniert.
Ehren­amt­liche, fachkundige Helfer reparieren Gegen­stände des täglichen Gebrauchs, die ansonsten wegge­worfen würden und hauchen ihnen neues Leben ein. Repariert werden u.a. Elektro­klein­geräte, Computer, Radios, Platten­spieler, Lampen und Nähma­schinen. Ein Messer­schmied aus Seckenheim steht ab und zu zur Verfügung, um stumpfe Scheren und Messern einen neuen Schliff zu geben. Oftmals sind es Kleinig­keiten, die defekte Gegen­stände wieder zum „Laufen“ bringen.
Das „Repair Cafe“ steht nicht in Konkurrenz zu Firmen oder Repara­tur­diensten, sondern bietet einfache Repara­turen an, bei denen eine normale Reparatur sehr teuer wäre, was oft zur Entsorgung statt zur Reparatur führt.

Das Reparieren wird mit gemüt­lichem Beisam­mensein verbunden. Jeder ist willkommen auch einfach mal vorbei­zu­schauen. Die Wartezeit wird mit Kaffee, Tee und Kuchen und manchmal mit Live Musik verkürzt. Das Café wird von einer Flücht­lings­fa­milie aus dem Irak betrieben.

Gegründet haben das „Repair Cafe“ in Edingen-Neckar­hausen Herbert Henn und Rolf Stahl. Es findet abwech­selnd in der Graf-von-Obern­dorff-Schule in Neckar­hausen oder der Pesta­lozzi-Schule in Edingen statt. Termine und Orte werden im Amtlichen Mittei­lungs­blatt bekannt gegeben.

Tete a Tete mit Wassertropfen

Ein Tropfen ist ein flüssiger Körper, der durch die Grenz­flä­chen­spannung bestimmt ist. Wegen der relativ geringen Kräfte sind Tropfen im freien Fall auf eine geringe Größe beschränkt. Ein Tropfen in Ruhe ist aufgrund der Oberflä­chen­spannung kugel­förmig. In Bewegung, z.B. durch Luft, wird er an der in Bewegungs­richtung liegenden Seite abgeplattet.

Soweit die physi­ka­lische Basis. Unsere Fotogruppe hat mit Hilfe einer Zeitsteuerung (Eltima Drop-timer²), einem Magnet­ventil und einer Mariott­schen Flasche Tropfen erzeugt und fallen lassen. Zu den Folgen dieses Handelns sagt uns Wikipedia folgendes:

Beim Auftreffen auf die Oberfläche spritzt ein Teil der Flüssigkeit nach oben, es entsteht eine „Krone“. Der Tropfen taucht in die Flüssigkeit ein und wird von der verdrängten Flüssigkeit im Gefäß wieder nach oben geschleudert. Dabei entsteht eine Flüssig­keits­säule, von der sich oft der Tropfen löst und weiter nach oben fliegt.

Wir haben die Wasser­tropfen nach dem Auftreffen in verschie­denen Phasen mit bis zu 4 System­blitzen kleiner Leistung und damit kurzen Belich­tungs­zeiten (< 1/20.000s) fotogra­fiert. Zu sehen ist:
‑Bildung von Kronen und deren Spiegelungen
‑Empor­schnellen von Wasser­säulen mit dem ursprüng­lichen Tropfen an der Spitze
‑Kollision eines weiteren fallenden Tropfens mit einer Wassersäule

Dabei entstehen Formen und Figuren, die nur für den Bruchteil einer Sekunde existieren und nur durch die Fotografie sichtbar gemacht werden.
Bewusst gestaltet haben wir die Fotos mit Farbfolien vor den Blitz­ge­räten und mit Lebens­mit­tel­farbe in der Tropf­flüs­sigkeit. Die Nacharbeit der Fotos beschränkte sich auf Zuschneiden und auf das Entfernen von unscharfen Wasserspritzern.

Die Faszi­nation vom Tete a Tete mit Wasser­tropfen geht von den kleinen Zufäl­lig­keiten im Prozess aus, die immer neue Überra­schungen bieten. Jedes Foto ist damit ein Unikat.